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TECLA

Unser Fotostandard für die Wunddokumentation

Über unsere Bemühungen im Rahmen des an der Hochschule Harz angesiedelten Netzwerks ZIM-NEMO TECLA ein F&E-Projekt zum Thema “digitale Dokumentation chronischer Wunden” auf den Weg zu bringen, hatte ich hier im Blog ja bereits mehrfach berichtet. Neulich wurde ich mal gefragt, ob wir eigentlich auch über einen eigenen Fotostandard für die Wunddokumentation verfügen würden. Die Antwort auf diese Frage lautet: Ja, tatsächlich gibt es bei uns an der Hochschule ein solches Dokument. Zwar dokumentieren wir nicht wirklich irgendwelche Wunden, mussten aber dennoch im Rahmen der Antragstellung einen eigenen Fotostandard erarbeiten. Für den Fall, dass der eine oder andere Leser unseren Fotostandard mal mit dem eigenen vergleichen möchte, stelle ich das Dokument gerne hier im Blog ein. Anregungen, Fragen und Ergänzungen sind – wie immer – über die Kommentarspalte herzlich willkommen.


Fotostandard Wunddokumentation

Anforderungen an die Kameratechnik

  • Die Beleuchtung sollte bei mindestens 4.000 K liegen
  • Die Kamera sollte über ein Autofokussystem verfügen
  • Die Bildauflösung sollte bei mindestens 5 Megapixeln liegen
  • Die Blendenzahl der Kamera sollte bei mindestens 5,6 liegen
  • Toleranzwertbereich für die Farbabweichung im RGB-Farbraum: +/- 6 %
  • Toleranzwertbereich für die Farbabweichung im CIE-LUV-Farbraum: +/- 10 %

Anforderungen an die Sensorik

  • Sicherstellung eines gleichbleibenden Abstands zur Wunde (ggf. Abstandsmessung
    während der ersten Wundaufnahme im Krankenhaus / beim Facharzt – Übernahme
    in den Fotozyklus – Überschreitung bei Aufnahme nur um maximal +/- 1,5 cm)
  • Sicherstellung gleichbleibender Lichtverhältnisse (ggf. per Definition von während
    der Aufnahme nicht zu über- oder unterschreitenden Grenzwerten für die Helligkeit)
  • Sicherstellung eines gleichbleibenden Aufnahmewinkels (hier ist der Winkel
    im Verhältnis zur Hautoberfläche während der ersten Wundaufnahme im
    Krankenhaus / beim Facharzt zu speichern und später zu replizieren)

Grundlegende Anforderungen an ein gutes Wundfoto

  • Der Abstand von Objektiv zu Motiv sollte mindestens 50 cm betragen
  • Die Wunde sollte nie weniger als ein Drittel der Bildgröße einnehmen
  • Der Hintergrund der Aufnahme sollte gleichfarbig (z.B. OP-Tuch) sein
  • Die Entstehung von Schatten sollte weitestgehend ausgeschlossen werden
  • Die Fotoaufnahme der Wunde darf stets erst nach ihrer Reinigung erfolgen
  • Auf dem Foto sollten stets Datum und ID-Nr. des Patienten abgebildet sein
  • Der Weißabgleich kann über ein Cosmopor-Klebepflaster optimiert werden
  • Der Patient sollte sich stets in der gleichen Position befinden (z.B. sitzend
    oder liegend, idealerweise bei der Erstaufnahme fotografisch festzuhalten)
  • Ein desinfiziertes Metalllineal neben der Wunde dient der Größenbestimmung
    (ideal ist eine möglichst helle Beschriftung auf einem möglichst dunklen Grund)

Kompression der Bilder für die Datenübertragung

  • JPEGs sind ab 250 kB medizinisch beurteilbar
  • JP2s sind bereits ab 120 kB medizinisch beurteilbar

Primärquelle

Dirk Ulrich Lange (2008): Potenziale und Grenzen digitaler Wundfotografie in der Klinik und
telematischen Nachsorge von Patienten mit Wunden. Dissertation. Ruhr-Universität Bochum.
(http://www-brs.ub.ruhr-uni-bochum.de/netahtml/HSS/Diss/LangeDirkUlrich/diss.pdf)


Der Fotostandard Wunddokumentation kann bei Interesse hier als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Über Christian Reinboth

http://www.christian-reinboth.de

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