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Breitband

Wie Geoinformationssysteme die Breitband-Infrastrukturplanung unterstützen können

Geoinformationssysteme (GIS) – Systeme zur Erfassung, Bearbeitung, Analyse und Darstellung von Geodaten – spielen eine immer größer werdende Rolle für die öffentliche Daseinsvorsorge. Auch für die hier bei HarzOptics im Rahmen des Projekts Breitband-Modellregion Harz verfolgten Vorhaben, konnten wir Geoinformationssysteme bereits gewinnbringend einsetzen. So kam etwa die vom Landesamt für Vermessung und Geoinformation vertriebene GIS-Software Top50 vor zwei Jahren bei der Erarbeitung einer Breitband-Machbarkeitsstudie für die Stadt Thale zum Einsatz: Auf Basis der Höhenprofile konnte geklärt werden, welche Anhöhen mit einer Richtfunkstrecke noch überwindbar sind und welche Distanzen effektiv nur noch über die Verlegung von Erdkabeln überbrückt werden können. Die gleiche Geoinformationssoftware nutzen wir derzeit übrigens (noch), um in unserem Breitband-Wiki die Standorte von Kabelverzweigern (KVZs) und Richtfunkmasten in den einzelnen Ortschaften darzustellen. Und auch beim Richtfunk-Ausbau hier in Wernigerode wurden GIS für die Planung der Mastvektoren eingesetzt.

Höhenprofile für Thale

Diese Höhenprofile wurden für die 2010 von HarzOptics verfasste Machbarkeitsstude zur Verbesserung der Breitbandversorgung der Stadt Thale erstellt.

 

Man sieht schon: Geoinformationssysteme können bei der Planung und Umsetzung von Breitband-Ausbauvorhaben eine wichtige Rolle spielen. Aus diesem Grund versuchen wir uns bei HarzOptics derzeit an zwei GIS-Projekten, mit denen wir Städte und Kommunen künftig bei der Planung und Umsetzung derartiger Vorhaben (hoffentlich) noch effizienter unterstützen können. Das erste dieser beiden Projekte ist eine Breitband-Karte, die sämtliche Kabelverzweiger und Funkmasten mitsamt weiterführenden technischen Angaben enthält, die in dem von HarzOptics in Sachen Breitband-Ausbau betreuten Teil unseres Bundeslandes zu finden sind.

Wie der nachfolgende Screenshot zeigt, sind wir hierbei schon recht gut vorangekommen: Grüne Punkte markieren die Kabelverzweiger, rote Punkte dagegen die Richtfunkmasten. Was uns derzeit noch stört, ist jedoch die Genauigkeit der von uns erhobenen Koordinaten, die etwa den einen oder anderen Kabelverzweiger auch mal zehn Meter in die eine oder andere Richtung versetzen. Hier wollen wir mit neuer GPS-Technik bald Abhilfe schaffen und die Karte auch noch in verschiedenen anderen Details verbessern. Das System soll dann über das den Breitband-Ausbau in der Harzregion koordinierende Regionalmanagement (angesiedelt im IGZ Wernigerode) möglichst zeitnah allen Interessenten zur Verfügung gestellt werden.

Breitband-Karte

Ausschnitt aus der Breitband-Karte der HarzOptics GmbH für die Harzregion.

 

Neben der genauen Position von Kabelverzweigern und Funkmasten beschäftigt und derzeit auch noch die Frage, wo genau sich in den Städten und Kommunen unseres Kreises noch Leerrohre unter Straßen und Bürgersteigen verbergen, die ebenfalls für den Breitband-Ausbau genutzt werden könnten. Da in vielen Verwaltungen keine kontinuierliche Leerrohrkartierung existiert, tritt bisweilen der Fall ein, dass Bauarbeiten zur Verlegung von Erdkabeln in Bereichen genehmigt werden, in denen eigentlich noch freie Leerrohrkapazitäten existieren. Dies wiederum führt zu vermeidbaren Baustellen und Verkehrsproblemen (manchmal auch zum Ärger der Anwohner, die sich noch daran erinnern können, dass „hier doch gerade erst gebuddelt wurde“) sowie – für den nicht seltenen Fall, dass sich die Leerrohre auch noch im Besitz der öffentlichen Hand befinden – zu entgangenen Mieteinnahmen.

Breitband-Karte

Ausschnitt aus der Breitband-Karte der HarzOptics GmbH für die Stadt Wernigerode.

 

Vor diesem Hintergrund könnte demnach auch eine Leerrohrkartierung bzw. eine Leerrohrverwaltung durchaus sinnvoll sein – auch das werden wir in den kommenden Wochen noch im Rahmen von Einzelgesprächen mit den Kommunen eruieren.

Bei dem hier auf den Screenshots gezeigten Geoinformationssystem handelt es sich übrigens um den Personal Geographic Assistant (PGA) des Wernigeröder Ingenieurbüros Dr. Michael Geomatics, der mit der bekannten (und frei verwendbaren) OpenStreetMap-Karte „gefüttert“ wurde. Unsere ersten Erfahrungen mit dem Programm sind äußerst positiv – wenn wir uns noch ein wenig einarbeiten und es uns und den Kollegen vom Regionalmanagement des Landkreises gelingt, die Verwaltungen der Städte und Kommunen für die Idee der Leerrohrkartierung zu begeistern, könnte sich die Karte in den nächsten Monaten zu einem spannenden Planungstool entwickeln…

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Über Christian Reinboth

http://www.christian-reinboth.de

Diskussionen

9 Gedanken zu “Wie Geoinformationssysteme die Breitband-Infrastrukturplanung unterstützen können

  1. OstharzOptics? Schade das hier kein gesammtheitliches Konzept für den ganzen Harz vorgestellt wird.

    Verfasst von regio-tarif zahlender | 28. September 2012, 09:20
  2. Gerne wären wir natürlich auch im niedersächsischen Teil des Harzes für die Breitband-Ausbauplanung verantwortlich – hier sind allerdings schon die Kollegen vom BreitbandKompetenzZentrum Niedersachsen zuständig: http://www.breitband-niedersachsen.de. Grundsätzlich wäre eine ländergrenzenübergreifende Planung in diesem Fall aufgrund der unterschiedlichen Förderkulissen in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen auch nicht unproblematisch.

    Verfasst von Christian Reinboth | 28. September 2012, 09:44

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