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ASEO, Open Access

Wie lassen sich eigene Publikationen über Google Scholar auffindbar machen?

Die Recherche nach wissenschaftlichen Artikeln im Internet als Quelle für eigene Publikationen spielt – gerade bei der nachrückenden Wissenschaftlergeneration – eine zunehmende Rolle. Für Wissenschaftler – also auch unser Team hier bei HarzOptics – ergibt sich aus diesem Umstand ein gewisser Anreiz, mit eigenen Veröffentlichungen auch über akademische Suchmaschinen wie etwa Google Scholar gefunden zu werden. Dahinter steckt eine einfache Überlegung: Wenn an einem bestimmten Thema interessierte Kollgen bei der Suche nach eben diesem Thema auch meine (im Idealfall per Open Access verfügbare) Veröffentlichung finden und verwenden können, steigen meine Chancen auf Fremdzitierungen. Was aber kann ich tun, damit meine Arbeiten bei Google Scholar gelistet werden?

GoogleScholar - Lichtverschmutzung

Das Ergebnis einer Suche nach deutschsprachigen Artikeln zum Thema Lichtverschmutzung bei Google Scholar.
Eines unserer Paper taucht hier bereits an vierter Stelle auf und ist daher für Interessierte gut auffindbar.

 

Die einfachste Möglichkeit besteht darin, eigene Veröffentlichungen auf bestimmten Webseiten einzustellen und darauf zu warten, dass Google Scholar sie sich dort „abholt“. Dies setzt natürlich voraus, dass einem solchen Upload keinerlei rechtlichen Beschränkungen von Seiten des Verlags entgegenstehen, bei dem die Arbeit zuerst publiziert wurde (auch diesbezüglich spricht also einiges für Open Access-Veröffentlichungen, die aus genau diesem Grund statistisch betrachtet auch häufiger zitiert werden). Für mein Team bei HarzOptics habe ich vor einigen Wochen einmal eine Liste mit Webseiten zusammengestellt, auf denen sich eigene Veröffentlichungen unterbringen lassen – und die teilweise auch von Google Scholar durchsucht werden. Die wichtigsten dieser Seiten werden nachfolgend aufgeführt.

Die eigene Hochschul- oder Instituts-Webseite: Grundsätzlich sollten Veröffentlichungen natürlich auch auf den eigenen Webseiten eingestellt werden. PDFs, die über hochschuleigene Mitarbeiterseiten (wie etwa http://creinboth.hs-harz.de) oder Projekwebseiten (wie etwa http://hope.hs-harz.de) bzw. die Webseiten eines An-Instituts (wie etwa http://www.harzoptics.de) verfügbar gemacht werden, werden ggf. auch durch Google Scholar indiziert (zumindest für Subdomains von hs-harz.de und harzoptics.de hat dies stets gut funktioniert).

Das Forschungsportal Sachsen-Anhalt: Die wirklich empfehlenswerte Webseite http://www.forschung-sachsen-anhalt.de wird durch das Technologie-Transfer-Zentrum der Otto von Guericke-Universität Magdeburg betrieben. In Sachsen-Anhalt tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowohl öffentlicher als auch privater Einrichtungen haben hier die Möglichkeit, Informationen zu ihren Projekten zu hinterlegen, Mitarbeiterprofile anzulegen und Pressemitteilungen zu veröffentlichen. Publikationen lassen sich dabei mitarbeiterbezogen sowie auch projektbezogen in Form von PDF-Dateien einstellen und werden äußerst zuverlässig von Google Scholar indiziert. Leider gibt es dieses schöne Portal nur auf Landesebene, so dass Forscher außerhalb Sachsen-Anhalts hier außen vor bleiben.

Forschungsportal - AUBELE

Das Profil unseres ZIM-geförderten Forschungsprojekts AUBELE (2010 – 2011) im Forschungsportal Sachsen-Anhalt.

 

arXiv.org: Bei http://www.arxiv.org handelt es sich um das wohl bekannteste Preprint-Archiv, in dem englischsprachige Publikationen aus den Bereichen Physik, Mathematik, Informatik und Biologie hinterlegt werden können. Um Artikel beim arXiv einreichen zu können, muss ein dort bereits vertretener Autor zunächst ein sogenanntes Endorsement abgeben – ist das erst einmal geschehen, ist der Upload bei arXiv.org allerdings einer der sichersten Wege, um eigene Publikationen bei Google Scholar und anderen akademische Suchmaschinen wie Microsoft Academic Search gelistet zu bekommen.

researchgate.net: Hinter http://www.researchgate.net verbirgt sich eine Art Social Network für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Im eigenen Profil können hier unter anderem eigene Publikationen in Form von PDF-Dateien hinterlegt werden, die gelegentlich (meiner Erfahrung nach allerdings nicht immer) auch auf diesem Weg von Google Scholar indiziert werden. Falls sich einer unserer Blogleser bei researchgate.net anmelden und mit mir vernetzen möchte, bin ich dort unter  https://www.researchgate.net/profile/Christian_Reinboth/ zu finden (und freue mich natürlich über alle Kontaktanfragen).

epernicus.com: Auch bei http://www.epernicus.com handelt es sich im Wesentlichen um ein wissenschaftsorientiertes Social Network, das die Hinterlegung eigener Veröffentlichungen in Mitgliederprofilen gestattet. Auch die hier hinterlegten Dateien werden gelegentlich (ebenso wie bei researchgate.net jedoch nicht mit absoluter Sicherheit) von Google Scholar aufgenommen. Falls sich auch hier jemand mit mir vernetzen möchte, bin ich unter http://www.epernicus.com/cr18 auffindbar.

Epernicus-Profil

Mein Mitgliedsprofil im akademischen Social Network Epernicus.

 

Neben researchgate.net und epernicus.com existieren mit academia.edu und dem Nature Network noch mindestens zwei weitere sehr empfehlenswerte Social Networks für Wissenschaftler, die jedoch nicht von Google Scholar durchsucht werden. Trotzdem lohnt es sich natürlich auch hier, eigene Publikationen zu hinterlegen, da sich die Sichtbarkeit ja allein schon durch die Verfügbarkeit im Netzwerk erhöht – und auf diese Sichtbarkeit kommt es uns schließlich am Ende an.

Soweit also die Liste von Webseiten, auf denen meine Kollegen und ich unsere Paper einstellen – soweit dies rechtlich möglich ist. Es sei angemerkt, dass die Sichtbarkeit eigener Veröffentlichungen im Internet natürlich längst nicht nur von der Auffindbarkeit über Google Scholar abhängt – das entscheidende Stichwort lautet hier vielmehr Academic Search Engine Optimization (ASEO). Eventuell lohnt sich ja zum Thema ASEO sogar mal eine kleine Blogserie hier im Instituts-Blog – auch wenn man die meisten derzeit im Internet kursierenden „Optimierungstipps“ tatsächlich eher nicht empfehlen kann. Mal sehen ob ich in den kommenden Monaten die Zeit dazu finde, eine kleine diesbezügliche Artikelserie aufzulegen…

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Über Christian Reinboth

http://www.christian-reinboth.de

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