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HarzOptics, Lichtverschmutzung

Wissenschafts-Crowdfunding als attraktive Form der Öffentlichkeitsarbeit?

Die HarzOptics GmbH beteiligt sich – mit einem überschaubaren Betrag als buchhalterischem „Testballon“ – dieser Tage erstmalig an der Crowdfunding-Finanzierung eines Forschungsprojekts auf der ersten deutschen Wissenschafts-Crowdfunding-Plattform Sciencestarter. Auf dieser Plattform können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Spenden für eigene Projektideen werben – so kann man sich beispielsweise an der Finanzierung von 3D-Aufnahmen parasitischer Einzeller, einer literaturwissenschaftlichen Reise durch Westafrika oder der Verteilung von Lichtsmog-Messgeräten an Schulen zum Aufbau eines flächendeckenden Messnetzes beteiligen – und damit auch mit kleinen Summen einen Beitrag zur Realisierung faszinierender Forschungsvorhaben leisten.

Das letzte der beispielhaft aufgeführten Projekte – Skyglow Berlin, über das ich auch hier auf den ScienceBlogs schon berichtet hatte – unterstützt nun auch unser An-Institut mit einer kleinen Spende. Für mich als den für HarzOptics zuständigen „Öffentlichkeitsarbeiter“ sind solche Sponsorings im Grunde äußerst attraktiv: Wir unterstützen Bildung und Forschung (und damit auch eines unserer im GmbH-Vertrag ausdrücklich festgeschriebenen Unternehmensziele) und sind als Unterstützer dauerhaft auf einer Plattform sichtbar, die von einer unserer wichtigsten Zielgruppen – Wissenschaftsenthusiasten – frequentiert wird. Grundsätzlich könnte ich mir gut vorstellen, dass ein An-Institut wie das unsere perspektivisch ein internes Crowdfunding-Budget von vielleicht 1.000 Euro pro Jahr bereitstellt, dass dann auf fünf oder zehn Projekte bei Sciencestarter, Petridish oder Sciflies verteilt wird. Damit ließen sich jedes Jahr mehrere Projekte gut unterstützen – und nach einigen Jahren könnte man dann schon auf eine schöne Reihe an „Sponsorings“ zurückblicken.

Sciencestarter

Die HarzOptics GmbH bei Sciencestarter – demnächst hoffentlich mit mehr als nur einem unterstützten Projekt…

 

Ein Modell, dass durchaus nicht nur für HarzOptics, sondern auch für viele andere An-Institute, In-Institute und Hochschul-Spin-Offs von Interesse sein könnte. Wenn ich so darüber nachdenke, was wir in den vergangenen Jahren schon alles gesponsert haben – Trikots für Jugendfußballteams, gemeinnützige Vereine, Verkehrserziehungs-Poster für Schulen etc. pp. – muss ich doch feststellen, dass uns die Unterstützung eines sinnvollen Forschungsvorhabens auf Sciencestarter inhaltlich im Grunde ja sehr viel näher liegt. Damit soll nun keinesfalls gesagt werden, dass es andere Sponsorings von uns in Zukunft nicht mehr geben wird – auch diese haben natürlich ihre Berechtigung – sondern nur, dass sich mit Wissenschafts-Crowdfunding eine interessante neue Sponsoring-Möglichkeit auftut, die für wissenschaftsnahe Unternehmen auf jeden Fall attraktiv sein dürfte.

Zu lösen sind natürlich noch diverse steuerrechtliche Fragen. So ergibt sich ja allein schon aus unserer eigenen Tätigkeit im Bereich der Beleuchtungsentwicklung ein ganz gesundes Eigeninteresse an neuen Erkenntnissen zur Lichtverschmutzung – auch und gerade in einer Großstadt wie Berlin. Wie aber sieht es mit der Unterstützung eines Projektes zur energetischen Nutzung von Pferdemist oder zur Ameisenbärenforschung in Brasilien aus, bei denen sich kein inhaltlicher Bezug zu unserer Arbeit herstellen lässt? Eine Frage, die wir demnächst noch mit unserem Steuerbüro klären werden, wobei ich mir sicher bin, dass sich eine gangbare Lösung finden lassen wird…

 

Bis dahin beobachte ich die steigenden Sponsorenzahlen (derzeit sind bereits 12% des Projekts finanziert) bei „Skyglow Berlin“ und hoffe, dass sich in den nächsten zwei Monaten noch zahlreiche weitere Unterstützer finden werden. Wer möchte, kann das Projektteam übrigens nicht nur mit einer Spende, sondern auch mit der Nutzung dieser Android-App unterstützen, mit der einfache visuelle Messungen der Himmelshintergrundhelligkeit realisiert werden können, die ebenfalls Eingang in die geplanten Lichtsmog-Analysen finden werden.

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Über Christian Reinboth

http://www.christian-reinboth.de

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