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Fernlehrgang

Fernlehrgang Technische Optik: Rückschneidemethode

Am 01. Oktober 2013 startete der neue Fernlehrgang „Technische Optik“ der HarzOptics GmbH. In einem siebenmonatigen (die Betreuungszeit liegt bei vierzehn Monaten) Korrespondenzkurs erhalten Interessenten in diesem ersten deutschsprachigen Fernlehrgang zum Thema eine Einführung in die physikalischen und technischen Grundlagen der Optik und Photonik. Der von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) unter der Nummer 7251512 zugelassene Fernlehrgang schließt mit einem Zertifikat ab. In den kommenden Monaten werden wir hier im Instituts-Blog regelmäßig kürzere Auszüge aus dem Lehrmaterial einstellen. Interessenten finden weitere Informationen auf der Lehrgangs-Webseite unter http://www.fernlehrgang-optik.de.

Bei der Bestimmung der Faserdämpfung in Abhängigkeit von der Faserlänge kann alternativ zur bereits erläuterten Rückstreumethode auch die sogenannte Rückschneidemethode zum Einsatz kommen. Ein einfacher Rückschneidemessplatz, der bei der HarzOptics GmbH zur Vermessung von polymeren Seitenlichtfasern eingesetzt wird, ist in der untenstehenden Abbildung zu sehen.

Rückschneidemessplatz

Ein Rückschneidemessplatz zur Bestimmung der Faserdämpfung im Labor der HarzOptics GmbH.

 

Die Messung selbst läuft in mehreren Schritten ab. Im ersten Schritt wird zunächst die Lichtquelle aktiviert, die sich circa 30 Minuten thermisch einschwingen kann. Anschließend wird eine Faser mit vorgegebener Länge (2m) gerade und locker auf der Oberfläche fixiert und mit der aktiven Lichtquelle verbunden. Mit einem optischen Powermeter werden nun nacheinander drei Leistungsmessungen durchgeführt, wobei die Werte gemittelt werden (das arithmetische Mittel wurde ja bereits im vorangegangenen Abschnitt dieses Lehrbriefs eingeführt), anschließend erfolgt eine Kürzung der Faser. Der dreimalige Messvorgang wird bei 1.25 m, 1.0 m, 0.75 m, 0.5 m und 0.25 m wiederholt. Die gemessenen Werte dienen der Berechnung des längenabhängigen Dämpfungsverhaltens der Faser.

Verallgemeinernd ausgedrückt wird also zunächst die Gesamtleistung eines Lichtwellenleiters bestimmt, anschließend ein Stück mit einer definierten Länge abgetrennt und danach die optische Leistung des Reststücks ermittelt. Aus der Differenz der Werte lasst sich anschließend die Dämpfung in dB pro Meter oder Kilometer bestimmen. Der wesentliche Vorteil dieser Methode besteht darin, dass das Messergebnis nicht durch die senderseitige Koppelstelle beeinflusst wird, da diese zwischen den beiden Messungen unverändert bleibt und damit in gleicher Weise in das Messergebnis eingeht. Es ist daher unerheblich, ob diese Koppelstelle gut oder schlecht ist, d.h. ob sie eine geringe oder eine hohe Dämpfung aufweist.

Die Nachteile liegen (verglichen mit der Rückstreumethode) allerdings ebenfalls auf der Hand: Die Faser muss nicht nur vollständig freigelegt werden, sie wird während der Messung auch zerstört. Das Rückschneideverfahren eignet sich daher allenfalls für die Qualitätskontrolle während der Faserproduktion oder für rein wissenschaftliche Anwendungern.

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Über Christian Reinboth

http://www.christian-reinboth.de

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