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Rundfunkbeitrag 2013: Gleiche Leistung, keine Nutzung, doppelter Beitrag

Wie vermutlich fast jedes heimische Unternehmen, erhielt auch die HarzOptics GmbH dieser Tage ein Schreiben zur Festlegung des neuen Rundfunkbeitrags, der bekanntlich seit Jahresanfang das alte GEZ-Gebührenmodell ablöst. Wie aus der Presse ja bereits zu entnehmen war, hat das neue Gebührenmodell zu teils drastischen Kostensteigerungen bei Unternehmen und Kommunen geführt: So soll etwa die Drogeriekette Rossmann statt wie bislang 39.500 Euro zukünftig einen Rundfunkbeitrag von 200.000 Euro entrichten, für einige Kommunen fallen gar um das 13-fache erhöhte Abgaben an. Bei HarzOptics ist das nicht anders: Von 69,12 Euro für das Jahr 2012 hat sich die von uns zu entrichtende Rundfunkgebühr auf 143,67 Euro für das Jahr 2013 mehr als verdoppelt.

Rundfunkgebühren 2012

Rundfunkgebühren 2013

Natürlich sind weder 69,12 Euro noch 143,76 Euro für ein Unternehmen mit vier Mitarbeitern eine Summe, wegen derer sich eine Klage lohnen würde, wie sie derzeit beispielsweise von Rossmann angestrebt wird. Dennoch ärgert mich diese Gebührenverdoppelung ganz persönlich ungemein. Da sich in unseren Büros und Laboren weder Fernseher noch Radios befinden, fand ich es schon in den letzten Jahren schwer begreiflich, dass wir einen jährlichen Beitrag ausschließlich dafür entrichten mussten, dass wir mit den Büro-Laptops und -PCs theoretisch während der Arbeitszeit MDR- oder ARD-Livestreams über das Internet hätten abrufen können – was natürlich nie jemand getan hat. Dass nun für die gleiche, rein hypothetische und während der Arbeitszeit selbstverständlich in keinster Weise nutzbare „Leistung“ mal eben so der doppelte Beitrag fällig wird, ist für mich noch sehr viel weniger nachzuvollziehen.

Natürlich freut es mich, dass mit der Umstellung auf die neue Rundfunkgebühr der GEZ-Kontrollapparat endlich ausgedient hat, der mir jahrelang schlicht nicht glauben wollte, dass ich privat über keinen Fernseher verfüge, und mich daher mit immer wieder neuen Erinnerungen und Ermahnungen beglückt hat. Der Reform an sich kann ich insofern durchaus viel Positives abgewinnen. Dass jedoch die Gebühren gerade für kleine Unternehmen ohne jede erkennbare ÖR-Nutzung steigen, obgleich doch die Ausgaben für die Kontrolle der Beitragszahler sinken, halte ich für ein Missverhältnis, bezüglich dessen von der Politik noch nachjustiert werden sollte.

PS: Privat zahle ich die Rundfunkgebühr übrigens sehr gerne. Ich bin froh, dass es den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt – und auch wenn ich auf millionenteure Übertragungen von Fußball- und Radsport-Events sehr gut verzichten könnte, möchte ich doch meine morgendliche Nachrichtensendung auf MDR Info nicht missen. Über die Gebührenbelegung von Unternehmen (und von Feuerwehren, Kitas, gemeinnützigen Vereinen etc.) sollte meinem Erachten nach trotzdem noch einmal ergebnisoffen disktutiert werden.

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Über Christian Reinboth

http://www.christian-reinboth.de

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